Auftakt der Wirtschaftswoche 2018 bei der Firma FTF in Hutthurm

Landkreis Passau: Auftakt der Wirtschaftswoche 2018

Den Auftakt der Wirtschaftswoche 2018 des Landkreises Passau bildete der Besuch bei der Firma FTF, Fenster Türen Freund, in Hutthurm. Begleitet wurde Landrat Franz Meyer von einer hochkarätigen Delegation aus Politik und Wirtschaft. Zahlreiche Landtagsabgeordnete, Kreisräte, Bürgermeister sowie Vertreter der Regierung von Niederbayern und der Kammern würdigten damit die Innovationskraft der mittelständischen Betriebe in der Wirtschaftsregion Passau. Bereits zum fünften Mal stellte der Landkreis eine Woche lang die Wirtschaft und das Handwerk in den Mittelpunkt. Heidi Taubeneder, Sachgebietsleiterin Standortmarketing und Wirtschaftsförderung, organisierte und koordinierte die zahlreichen Unternehmensbesuche und Veranstaltungen.

Hohe Investitionen in Automation und Digitalisierung

Gottfried Freund empfing die Delegation um Landrat Meyer im Beisein seiner Frau, seiner Tochter sowie Betriebsleiter Martin Kohler. Freund, gelernter Schreiner, war 14 Jahre in leitender Funktion tätig, bevor er 2011 den Sprung in die Selbstständigkeit wagte. Am 01. Juni 2016 erfolgte der Spatenstich zum Neubau in seiner Heimatgemeinde Hutthurm. Freund dankte Bürgermeister Baumann für die kurze Genehmigungsphase. 4,5 Mio. Euro investierte die Firma in Gebäude, 1.5 Mio. Euro in Automation (Transportbänder, -tische) und Digitalisierung (Software). Man hat konsequent auf eine papierlose Fertigung umgestellt, alles läuft elektronisch. In Zukunft soll auch eine digitale Archivierung für noch mehr Effizienz sorgen. Durch die EDV gestützten Produktionsabläufe, sind diese auch besser überwachbar. 2017 erzielte das Unternehmen mit knapp 50 Mitarbeitern einen Umsatz von 5,1 Mio. Euro, als Ziel für 2018 sind 6 Mio. Euro avisiert. FTF verbaut 350 Tonnen Glas im Jahr, das entspricht einer Fläche von 12.000 qm. Stolz ist man auf die Markenpartnerschaft mit dem Hauptlieferanten Schüco, dessen größter Verarbeiter FTF in Bayern ist. Die Anforderungen an Fenster und Türen sind in den letzten Jahren stetig gestiegen, etwa Im Bereich der Optik, der Statik, der Sicherheit, der Barrierefreiheit oder des Schallschutzes.

Herzstück der automatisierten Produktion ist die Verteiler- und Pufferanlage. Sie ist einem Hochregallager vergleichbar. Ein Fahrtisch holt den Fensterrahmen ab und puffert ihn in ein leeres Fach. Fensterflügel bekommen anschließend im Flügelpuffer Beschläge. Blendrahmen erhalten Fensteranschlussprofile, Beschläge und werden komplettiert. Dann kommen sie zurück auf das Montageband. Der Barcode wird gescannt und damit der zugehörige Flügel angezeigt. Es kommt zur Hochzeit. Beim anschließenden Scannen des Codes wird die für das Fenster vorgesehene Verglasung bereitgestellt.

Enge Vernetzung von Politik und Wirtschaft

Lernen, Wohnen, Arbeiten – dieser Dreiklang steht für das Passauer Land“, das sich, so Landrat Meyer, selbstbewusst und offensiv präsentieren soll. Bürgermeister Hermann Baumann betonte den guten Branchenmix, den Hutthurm seit nun über 20 Jahren im Gewerbegebiet rund um den Knotenpunkt B 12 erreicht hat. Viele mittelständischen Betriebe siedelten sich an, mittlerweile verfügt man über 49 ha Gewerbefläche, das entspricht gerade einmal 1,32 % des Gemeindegebietes. Deshalb gilt es auch, neue Wohnbaugebiete zu erschließen und einen weiteren Kindergarten zu bauen. Regierungsdirektor Dr. Weber, Abteilungsleiter Wirtschaft und Verkehr bei der Regierung von Niederbayern, nannte FTF einen Vorzeigebetrieb und betonte die Wichtigkeit von Wirtschafts-, Regional- und Technologieförderung. Automation und Digitalisierung seien die Themen der Zukunft. In diesem Sinne wies er auch auf das Digitale Gründerzentrum hin sowie auf das Förderinstrument Digitalbonus, das speziell auf kleine und mittelständische Unternehmen zugeschnitten ist. Die Stärke Niederbayerns liegt in der engen Vernetzung und Kooperation von Politik, Industrie und Handwerk. HWK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger betonte die Gleichwertigkeit von dualer und akademischer Ausbildung. „Fachkräftesicherung, Digitalisierung sowie der Erhalt der Fördergebietskulisse müssen in den Fokus rücken.“ IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner freute sich, dass die Wirtschaftswoche des Landratsamtes Passau die Wirtschaft in der Region sichtbar mache. Er dankte Gottfried Freund für seinen unternehmerischen Mut, wies jedoch gleichzeitig auf das Wachstumshemmnis Fachkräftemangel hin. Karriere mit Lehre, so laute das Motto.

Menü