Quellness Golf Resort

Das Heilwasser als Synonym für erfolgreiches Unternehmertum

Bad Griesbach im Rottal. Bereits zum fünften Mal besuchte Landrat Franz Meyer im Rahmen der Wirtschaftswoche des Landkreises Passau mit einer Delegation unternehmerische Leuchttürme in der Region. „Wir wollen unsere herausragenden Betriebe aus den Bereichen Wirtschaft, Handwerk und Dienstleistung präsentieren“, so Meyer. Das Motto der diesjährigen Veranstaltung „Verwurzelt in der Region – Europa im Blick“, wie immer perfekt organisiert von der Sachgebietsleiterin Standortmarketing Heidi Taubeneder, spiegelt die Notwendigkeit eines vereinten Europas wider. In den letzten Jahren flossen 22 Millionen Euro über europäische Förderprogramme ins Passauer Land, jeder zweite Arbeitsplatz in der Region ist vom Export abhängig.

Beim Besuch im Hotel Maximilian in Bad Griesbach, betonte Andreas Gerleigner, Geschäftsführer des Quellness Golf Resorts, deshalb auch, dass die Internationalisierung für sein Unternehmen ein wichtiges Thema sei. Schließlich trage man mit Stolz den Titel Europas größtes Golfresort und verfüge über Europas größte Golfakademie mit 30 internationalen Lehrern und einer exklusiven, zertifizierten Lehrmethode. Gerleigner wies auch auf das Alleinstellungsmerkmal des Golfresorts hin, nämlich die außergewöhnliche topographische Lage im Rottal. So verfüge man im Süden über flache Plätze, im Norden über sehr hügelige. Insgesamt besteht das Resort aus 10 Golfplätzen, drei Hotels und zwei Gutshöfen. 200 Privatturniere und viele der European Tour finden jährlich auf dem 4,5 Millionen qm großen Areal statt. Das Aushängeschild ist sicher der Beckenbauer Golf Course, der von Bernhard Langer designt wurde. Am wichtigsten für das Resort ist selbstverständlich das Heilwasser, dessen Förderung in der 1970er Jahren durch die Familie Hartl initiiert wurde. Und man nenne sich Quellness-Resort, weil das heilende Wasser direkt bis ins Hotel Maximilian fließe, was sicher mehr als nur Wellness für die Gäste bedeute.

Der Tagungsbereich als Zukunftspotenzial

Andreas Gerleigner zeigte auch zukünftige Potenziale und Perspektiven auf. Da sei zunächst auf den Tagungsbereich zu verweisen. Man verfüge nun über eine Eventhalle, die bis zu 1.000 Personen Platz bieten würde. Nachhaltig könnten so hier Tagungen von Unternehmen abgehalten werden. Ohne Shuttleservice, in einem Hotelkonzern und alles aus einer Hand: Tagung, Übernachtung, Freizeit und Catering. Das sei einzigartig in Deutschland. Als zweites Potenzial nannte Gerleigner das Heilwasser, dessen Wichtigkeit in der Vermarktung wieder verstärkt kommuniziert werden müsse. Schließlich generiere man hier auch 65 % der Umsätze. Am Ende seines Vortrages ging er noch auf den Ausbau bzw. die sehnlichst erwartete Fertigstellung der A94 ein, der vor allem für Gäste aus dem Großraum München eine schnelle Anreise bedeute. Als größte derzeitige Herausforderung nannte Gerleigner den Arbeits- und Fachkräftemangel.

Der Leiter der Therme Bad Griesbach, Dieter Lustinger, wies auf die hohe Bedeutung des Rottaler Bäderdreiecks hin. In den letzten zwei Jahren habe man knapp 10 Millionen Euro in die Modernisierung der Thermenlandschaft und -technik investiert. Der Aspekt der Gesundheit müsse in der Vermarktung des Bad Griesbacher Heil- und Thermalwassers betont werden. Das hohe Qualitäts- und Dienstleistungs-Niveau rechtfertige auch höhere Preise.

Unternehmensgründer Alois Hartl merkte an, dass Thermal-Heilwasser der richtige Begriff in der Vermarktung sei. Denn schließlich könnten 30 % der Besucher von mehr Beweglichkeit sowie 70 % von Schmerzfreiheit bis zu sechs Monaten berichten. Er setze auf eine dezidierte Kommunikation der Region, des Rottaler Bäderdreiecks, als größte Thermalregion Europas.

IHK-Geschäftsführer Alexander Schreiner nannte den Arbeits- und Fachkräftemangel das größte Wachstumshemmnis für die einheimischen Unternehmen. Niederbayernweit würden 12.000 Stellen über alle Branchen nicht besetzt werden können, was einen Umsatzverlust von 1,4 Mrd. Euro bedeute. Er wies erneut auf die Gleichstellung von akademischer und beruflicher Ausbildung hin. Die betriebliche Ausbildung bliebe auch weiterhin die Basis für eine langfristige Fachkräftesicherung. Abschließend verwies er auf ein Pilotprojekt, dass die IHK für Gastronomie- und Hotelbetriebe im Landkreis Passau plane: Im sogenannten 1+3-Projekt sollten 20 junge Leute mit Migrationshintergrund und Betriebe zusammengebracht werden für drei Jahre Ausbildung und ein Jahr Spracherwerb.

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