Genusstour durch die Geniesserbäckerei Pilger

Genusstour durch die Geniesserbäckerei Pilger

„Es ist uns eine Ehre, bei der Wirtschaftswoche 2018 dabei zu sein“, sagte Corinna Pilger, als sie die Delegation um Landrat Franz Meyer im hochmodernen Verwaltungs- und Produktionsgebäude der Traditionsbäckerei in Breitenberg empfängt. Nach dem Tod von Vater und Unternehmensgründer Manfred Pilger führt die Tochter nun gemeinsam mit Bruder und Bäckermeister David das Unternehmen weiter: Corinna Pilger zeichnet verantwortlich für den Vertrieb, David Pilger für die Produktion. Die Familie steht nun noch enger zusammen, die Arbeit macht große Freude. Im kaufmännischen Bereich fungiert Norbert Kremsreiter seit über 15 Jahren als Fels in der Brandung. Einige neue Fachgeschäfte hat man in den letzten Monaten eröffnet, in exklusiven Lagen wie beispielsweise in Passau oder in Waldkirchen. Insgesamt betreibt man mittlerweile 22 Geschäfte in den Landkreisen Passau, Freyung-Grafenau und in Österreich. Dazu kommen fünf rollende Bäcker, und auch online kann man Brot bestellen.

Bewusstsein für Handwerk sensibilisieren

Im Jahr 2010 hatte man die neue Backstube am Lindenweg in Breitenberg bezogen. Ziel war es von Beginn, alle wichtigen Unternehmensbereiche an einem Ort zusammenzuführen: die Produktion, die Verwaltung, das Labor, den Schulungsraum. Man will weiterhin der Vorzeigebetrieb im Bäcker- und Konditorhandwerk bleiben, mit der herausragenden Qualität, den Zutaten der Produkte überzeugen. Großen Wert legt man deshalb auch auf die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern. Über 10 Auszubildende beschäftigt man aktuell, den Fachkräftemangel bekommt man allerdings in den Handwerksberufen stark zu spüren. Corinna Pilger tritt deshalb dafür ein, das Bewusstsein für das Handwerk zu sensibilisieren und zu stärken. Dies beginnt für sie bereits bei Kindergartenkindern, die sie zu Besuchen im Betrieb einlädt, aber natürlich auch bei Schülern, Lehrern und Eltern. „Es muss sich in den Köpfen was ändern. Den Kindern und Jugendlichen muss vermittelt werden, dass sie auch im Handwerk Karriere machen können“, so Corinna Pilger. Die Verschiedenartigkeit, jedoch Gleichwertigkeit von dualer und akademischer Ausbildung betonte in diesem Zusammenhang auch Landtagsabgeordneter Dr. Gerhard Waschler. Handwerkskammer-Vizepräsidentin Kathrin Zellner verwies auf die Wichtigkeit, alle Schularten mit dem Handwerk in Verbindung zu bringen.

Alles ist handgemacht

Zusammen führten Corinna und David Pilger die Besucher auf einer Genusstour durch das Unternehmen. Nur modernste Technik hat man in der Produktion installiert. So verfügt man über eine computergestützte Mischanlage. „Gehe achtsam mit den Rohstoffen um, denn sie sind die Basis für gutes Gelingen.“ Diesen Leitsatz von Gründer Manfred Pilger hat man in allen Produktionsprozessen verinnerlicht. Jede Breze ist hier handgeschwungen, jede Füllung in der Konditorei noch selbst gemacht. Gearbeitet wird in einem Zwei-Schicht-Betrieb. Im Sauerteigraum beschallt man den Teig mit Musik. Die harmonischen Klänge erzeugen Aktivität und lassen den Teig lebhafter werden. „Das Produkt zahlt die Löhne, nicht das Unternehmen“, sagt David Pilger.

Das Premium-Produkt ist die Genusssemmel, eine weiße Semmel mit dem Nährwertgehalt einer Vollkornsemmel. Die Semmel, die in Kooperation mit der Uni Graz entstand, bezeichnet Corinna Pilger als ein „Weltwunder“. Man verwendet neun verschiedene Bio-Keimkraft-Getreidesorten. Gekeimtes Getreide eignet sich viel besser für die hohen Temperaturen beim Backvorgang, behält 90% seiner Nährstoffe.

Im Verwaltungstrakt verfügt der Betrieb über einen gemütlichen Sozialraum, die Bäckerstube, zahlreiche Büros sowie den großzügigen Schulungsraum, im dem die Mitarbeiter auch zu aktuellen Themen wie Allergien oder Gluten geschult werden.

Stand Februar 2018 beschäftigte das Unternehmen über 200 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz im hohen einstelligen Millionenbereich. Dies bedeutete eine Produktion von knapp vier Millionen Semmeln im Jahr – davon über zwei Millionen Genusssemmeln -, über 450 Tonnen Brot, etwa eine Million Brezen sowie mehr als eine Million Krapfen.

Landrat Franz Meyer bedankte sich für das unternehmerische Engagement der Familie Pilger sowie ihrer Mitarbeiter und überreichte das Glaswappen des Landkreises. HWK-Vizepräsidentin Zellner würdigte die Ausbildung im Betrieb mit der Ehrenurkunde „Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks“.

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