Rädlinger-Ingenieurbau setzt Maßstäbe

Schon der Empfang ist beeindruckend: Sechs Meter Foyerhöhe lenken die Blick auf zwei großzügige, offene Stockwerke. Dann erst bemerkt man die nette Dame am Empfang, etwas zurückversetzt mit einem großformatigen Foto eines filigranen Brückenbauwerk im Hintergrund. Es handelt sich um die Illerbrücke in Kempten, ein Werk der Firma Rädlinger Ingenieur-Bau GmbH, die seit 2002 ihren Firmensitz im Landkreis Passau hat. Seit Januar 2016 hat Rädlinger Ingenieur-Bau GmbH aber eine echte Heimat. Im Gewerbegebiet Rathsmannsdorf, in unmittelbarer Nähe zur Autobahn-Auffahrt Aicha vorm Wald, entstand ein Verwaltungsgebäude, das nicht nur optisch Maßstäbe setzt.

Der repräsentative Firmensitz dient auch dazu, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen. „Darum waren wir bei der Suche nach dem Standort sehr wählerisch“, sagt Josef Rädlinger, geschäftsführender Gesellschafter. Als das Gelände gefunden war, ließ der Firmenchef durch eine geomantische Untersuchung den perfekten Standort für den optisch sachlichen, aber selbstbewussten Neubau ermitteln. Die Energie soll frei fließen können. Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle, entsprechend sind auch die Baumaterialien gewählt.

Noch steht der Neubau der Firma Rädlinger Ingenieurbau alleine auf dem etwa 20 Hektar großen Areal, das das Unternehmen gekauft und in enger Abstimmung mit Gemeinde Windorf und Landkreis Passau zum Gewerbegebiet entwickelt hat. Fünf Jahre vergingen zwischen erstem Antrag und Spatenstich: „Gemeinde und Landkreis haben uns sehr unterstützt“, betont Josef Rädlinger. Im Gegenzug will er dafür sorgen, dass hier ein attraktives Gewerbegebiet entsteht. Speditionen, die sich naturgemäß für einen autobahnnahen Standort interessieren, haben keine Chance, auch als Lagerfläche ist Rädlinger der Grund zu schade. „Ich will, dass hier Leben herrscht, dass hier Menschen arbeiten und sich wohlfühlen.“ Seine Verwaltung zog im Januar 2016 ein, es folgte der Rädlinger-Bauhof. Daneben will sich die Passauer Firma Gautzsch (Großhandel für Elektrotechnik) ansiedeln.

Gewerbegebiete auf dem Land sind neuerdings nicht mehr unumstritten. Josef Rädlinger teilt Bedenken über Flächenfraß: „Unser Ziel war es von vorn herein, bewusst mit der Fläche umzugehen“, betont der Unternehmer, der die Firmengruppe zusammen mit seinem Bruder in zweiter Generation als geschäftsführender Gesellschafter leitet. Fest stand seit langem, dass die Standorte Aunkirchen und Vilshofen kein Entwicklungspotenzial hatten. Gesucht wurde ein neuer Firmensitz, der ökologisch sinnvoll erschien – also direkt an der Autobahn. „Wir sind zwar Straßenbauer“, lacht Josef Rädlinger, „aber wir wollen so viele Kilometer wie möglich sparen“, sagt er nun ernst über das Gewerbegebiet Rathsmannsdorf. Da laut Rädlinger-Angaben 99 Prozent aller Baustellen, die von der Ingenieur-GmbH betreut werden, mit der Autobahn zu tun haben, wurden bei 380 Beschäftigten viele Wege kürzer. „Zeit ist Lebensqualität“, weiß Josef Rädlinger.

Helmut Schmöller, technischer Geschäftsführer, genießt seinen neuen Arbeitsplatz im zweiten Stock nicht nur wegen des herrlichen Blicks auf den Lusen, den er durch die hohen Fenster selbst vom Schreibtisch aus sehen kann, sondern weil er sich seit dem Umzug wertvolle Zeit spart. Er wohnt in Waldkirchen, ist neuerdings aber schon nach einer guten halben Stunde Autofahrt am Ziel, „und darüber freue ich mich noch heute jeden Tag“. So geht es dem Großteil der Rädlinger-Mitarbeiter in Rathsmannsdorf: Für 60 sei der Umzug eine Verbesserung gewesen, fünf Mitarbeiter hatten durch den Umzug weder eine Verbesserung noch eine Verschlechterung, lediglich fünf müssen nun weiter zur Arbeit fahren, erzählt Geschäftsführer Schmöller. Allen gemeinsam ist indes, dass sie nun richtig Platz auf knapp 2000 Quadratmeter haben.

Rädlinger wollte nicht nur Platz, sondern ein Gebäude mit Nachhaltigkeit. Diese Anforderungen setzte das Architekturbüro Berschneider/Berschneider Architekten aus Neumarkt um. Holzelemente im zweistöckigen Gebäude sind aus Eiche, im Eingangsbereich wurde mineralischer Spachtelboden aufgebracht, die Büros sind nach Feng-Shui-Prinzipien gestaltet, Heizung und Kühlung verlaufen über Wärmerückgewinnung durch die Decken, die Energie kommt regenerativ aus dem Erdreich, die Außenwände bestehen aus einer fast 50 Zentimeter dicken Ziegelwand ohne Füllungen oder Dämmungen. Als Sonnenschutz dient die große Umrandung, die das Gebäude wie einen Rahmen einfasst. Draußen plätschern Brunnen, im Foyer sticht eine helle, eineinhalb Meter hohe Wand ins Auge – eine handgestampfte Lehmwand als Sichtschutz.

Im Untergeschoss sind nicht nur die Dinge untergebracht, die in den Keller gehören, wie das Archiv oder der Serverraum, sondern der rechte Teil ist ein Paradies für Mitarbeiter: Es steht nicht nur eine top ausgestattete Küche zur Verfügung, man sitzt im hübschen Stüberl oder bei schönem Wetter auf der Terrasse. Daneben lädt ein Fitness-Raum für die Bewegung in der Freizeit ein — mit allem, was das sportlich anspruchsvolle Herz begehrt, inklusive Musikanlage für den passenden Rhythmus. Es gibt verschiedene Gruppenangebote, man kann aber vor Arbeitsbeginn oder nach Feierabend aber auch einfach nur trainieren. Gratis versteht sich.

Das Spaßprogramm ist für Josef Rädlinger ein weiterer bedeutender Bestandteil der Firmenkultur. Er ist überzeugt: „Wenn es den Mitarbeitern gut geht, geht es auch der Firma gut.“

Das Unternehmen

Josef Rädlinger Ingenieurbau GmbH
Josef-Rädlinger-Straße 1
94575 Windorf

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