Alles selbst entworfen und in Untergriesbach hergestellt: Die Kollektionen von w-werk, die über arrivato.net bestellt werden können. © pa-ck-mas.de

w-werk: Groß in Sachen Leder

Es war die Neugier, die Landrat Franz Meyer im Januar 2016 zu w-werk zog. Die Schneiderei der Wenskys hat im vergangenen Jahr in einer wahren Last-Minute-Aktion US-Sängerin Katy Perry mit einem flammendem Lederkleid für ihren Auftritt beim Superbowl, das Football-Finale gilt als weltweit größtes Einzelsportfinale, ausgestattet. Zeitungen und Fernsehsender berichteten. „Eine Riesenwerbung für das Passauer Land“, dankte der Landrat jetzt bei einem Besuch im Rahmen seiner Aktion „Landrat trifft Wirtschaft“, den er sich seit den Berichten damals fest vorgenommen hat. 

Mit Perrys Kostüm, entworfen von Stardesigner Jeremy Scott, fiel   Modeglanz bis nach Untergriesbach. Hier haben Leonore Murr-Wensky (48) und Rainer Wensky (49) im März 2013 ihr w-werk mit ihrem Label arrivato. net gegründet, nachdem sie sich bei Spieth & Wensky zurückgezogen hatten.

Namhafe Modelabels als Kunden

Namhafte Modelabels als Auftraggeber konnten sie mit zu w-werk nehmen, auch viele der heute 15 Beschäftigten. Y3 von Adidas setzt zum Beispiel auf die Leder-Qualitäten aus Untergriesbach. Über diesen Kontakt wurde auch Star-Designer Scott auf die Lederexperten in Lower Bavaria aufmerksam. Er schickte immer öfter Bestellmails nach Untergriesbach, anfangs für einfache Lederwesten für die Fashion-Week in New York, mittlerweile sind es über 50 Teile, die allein dafür geordert werden. „Ein Wahnsinn, das zu bewerkstelligen“, lacht Rainer Wensky. Denn geschafft haben sie es noch immer, und wenn dafür Nachtschichten geschoben werden.

Das bringt zwar Ruhm einerseits, doch andererseits „ist das nicht unser tägliches Brot“, erklärt Rainer Wensky und stellt den Besuchern „unser Herzblut“ vor: „arrivato“ (www.arrivato.net), das eigene Modelabel mit hochwertiger Lederbekleidung sowie Shirts und Pullovern, Accessoires und Wohnzubehör, alles entworfen von Modedesignerin Leonore Murr-Wensky.

Dem Sortiment ist eines gemeinsam: „Es wird in Deutschland hergestellt“, betont Leonore Murr-Wensky. w-werk hat einiges Geld in den Standort an der Gottsdorfer Staße investiert, die Versprechen von Hochwertigkeit auch zu erfüllen, vor allem in hochwertige Spezialmaschinen.

Regional und nachhaltig

Rainer Wensky, von Beruf Bekleidungsingenieur, führt den Laser vor, der in der Lage ist, beliebige Muster aus dem Leder zu stanzen, computergesteuert können Muster nach Wunsch auf die soften Jersey-Shirts gedruckt oder gestickt werden. Die Stoffe kommen aus Deutschland oder der Schweiz.  „Regional und nachhaltig, für Kunden, die bewusst einkaufen“, beschreibt Rainer Wensky. Denn: „Das liegt uns selbst sehr am Herzen.“

Für ein Shirt legt man dann schon mal 65 Euro hin, die stylischen Lederleggins kosten knapp 600 Euro. Dafür gibt’s keine Kinderarbeit, Chemiekeulen oder unmenschliche Arbeitsbedingungen wie vielfach in Bangladesh, Indien oder China. Um die Preise in Grenzen zu halten, gibt es „arrivato“ derzeit nur online zu kaufen.

Die Näherinnen und Schneiderinnen kommen aus der Region, betont das Unternehmerpaar und lobt die Agentur für Arbeit, durch deren Hilfe kürzlich die gesuchte Schnittmacherin gefunden wurde. „Das hätten wir nicht erwartet“, sagt Rainer Wensky. Dr. Klaus Stein, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Passau, hört das gern. Er lobt seinerseits ausdrücklich den Mittelstand und dessen Innovationskraft und Kreativität, „das muss unbedingt erhalten werden“, so Stein.

Lob für die heimische Wirtschaft

Das konnte Landrat Franz Meyer nur bestätigen. Über 10.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, das ist die Größe einer Stadt, seien in den vergangenen Jahren im Landkreis entstanden, „das ist ein Verdienst der regionalen Wirtschaft“, lobte er, erwähnte aber auch, dass „die politischen Rahmenbedingungen passen müssen“.

In der arrivato-Kollektion befinden sich auch Mode- und Wohnaccessiores. Lederarmbänder, Schlüsselanhänger und Lederetuis sowie leder- oder lammfellummantelte Windlichter, die sogar ein Muster nach Wunsch bekommen können. Schöne Ideen, fand Untergriesbachs dritte Bürgermeisterin Annelies Seibold-Lallinger, die sich auch als Gastgeschenke zum Beispiel des Marktes Untergriesbach oder des Landkreises eignen würden.

Das hörte das Unternehmerehepaar Wensky gerne. Denn wenngleich die Dienstleistung für große Labels den Großteil des Umsatzes im jungen Unternehmen ausmacht, so will sich w-werk ein Stück von Katy Perry & Co. emanzipieren. Mit arrivato, das heißt übersetzt „Angekommen“.

Das Unternehmen

w-werk. GmbH
Gottsdorfer Straße 5
94107 Untergriesbach

http://www.w-werk.com

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