Textile Lösungen für Landwirtschaft und Gewerbe aus dem Passauer Land

Agrotel GmbH vertreibt Rundbogenhallen und Abdeckungen für Biogasanlagen in ganz Europa

Neuhaus am Inn. Als Spezialist für textile Lösungen in Landwirtschaft, Industrie, Gewerbe und Umwelttechnik bezeichnet sich die Firma Agrotel in Neuhaus am Inn. Zu den Produkten der Firma gehören beispielsweise Rundbogenhallen, Abdeckungen und Betonschutzbeschichtungen für Biogasanlagen oder Windschutzplanen. Überwiegend werden dafür Polyestergewebeplanen eingesetzt, doch auch die nötigen Stahlunterkonstruktionen stammen aus der hauseigenen Produktion. Die Firma ist ein Paradebeispiel für das Motto der fünften Wirtschaftswoche des Landkreises „Verwurzelt in der Region – Europa im Blick. Vertreter von Landkreis, Handwerkskammer, Gemeinde, IHK und Arbeitsagentur waren bei dem Betriebsbesuch im Rahmen der Wirtschaftswoche dabei.

Eine Entwicklung aus dem Hause Agrotel: Die Innenschicht für Biogasanlagen zeigt Firmenchef Cyriak Laner (4.v.l.) dem zweiten Bürgermeister der Gemeinde Neuhaus am Inn, Stephan Dorn, Landrat Franz Meyer, Leiterin der Wirtschaftsförderung am Landratsamt Passau, Heidi Taubeneder, Klaus Reinhardt, Regierungsdirektor Armin Diewald, Peter Sonnleitner von der IHK Niederbayern und Katharina Wierer von der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz.

Ihre Wurzeln hat die Agrotel GmbH im österreichischen Enzenkirchen, wo sich auch heute noch ein Verwaltungsgebäude befindet. Die Produktion ist aber komplett in Neuhaus am Inn untergebracht, ebenso ein komplett neu gebautes Verwaltungsgebäude. Über 100 Mitarbeiter beschäftigt die Firma. Die Agrotel GmbH mit Geschäftsführer Cyriak Laner ist mit seinen textilen Baulösungen in ganz Europa tätig, der Hauptfirmensitz im Dreiländereck ist dabei wichtige Grundlage.

Geschäftsführer Laner hatte zum Rundgang über das Betriebsgelände eingeladen. Die Teilnehmer des Besuchs, darunter auch Landrat Franz Meyer, konnten sich ein Bild von der Produktion vor Ort machen. Dabei stellte Cyriak Laner auch einige hauseigene Innovationen vor – beispielsweise eine Innenbeschichtung für Biogasanlagen, die die Betonwände vor den entstehenden Schwefeldämpfen schützt. Für die Entwicklungen der Agrotel GmbH bestehen derzeit etwa zehn bis 15 Patente. In Zukunft werden Tochter Elisabeth Laner und Schwiegersohn Valentin Schmiedleitner die 1987 gegründete Firma weiterführen. Schmiedleitner stelle den Gästen auch den Betrieb im Detail vor. Hauptabsatzländer sind Deutschland, Österreich und Frankreich, doch auch in Japan und Südamerika sind die Entwicklungen aus dem Passauer Land zum Einsatz gekommen. Ein wichtiger Grundpfeiler der Vertriebsstrategie ist, dass der Betrieb „das Komplettprogramm“ rund um textile Lösungen anbieten kann: Von Rundbogenhallen samt Unterkonstruktion, Bauteile für Biogasanlagen oder Windschutzplanen: „Bei uns kommt alles aus einer Hand.“

Für Laner sind die gemeinsame Währung die offenen Grenzen innerhalb Europas wichtige Faktoren eines wirtschaftlichen Aufwärtstrends im europäischen Markt. Deutlich wurde dabei aber auch das Bekenntnis zur Region. Hier stimmen Infrastruktur und Situation im Bereich der Arbeitskräfte. Wegen ein paar Euro Ersparnis im Ausland zu produzieren sei für das Familienunternehmen keine Alternative.

Der Fachkräftemangel geht jedoch auch an der Agrotel GmbH nicht spurlos vorbei und man sei auch auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen. Der Aufwand den die Agrotel GmbH dafür betreibt ist nicht unerheblich. Als vorbildlich sahen Landrat Franz Meyer und die Vertreter der Kammern das Engagement des Betriebs im Bereich der Integration an. Auf eigene Kosten bietet die Firma nämlich derzeit rumänischen Mitarbeitern zweimal wöchentlich Deutschkurse an.

„Wir brauchen unser geeintes Europa,“ betonte Landrat Franz Meyer bei dem Besuchstermin. Nahezu jeder zweite Arbeitsplatz in der Region sei vom Export abhängig. Welche Auswirkungen ein Schritt zurück haben kann, zeige sich jetzt nach und nach am Beispiel Großbritanniens.

Firmenchef Laner nutzte die Gelegenheit auch, um sich für einige Wünsche und Anliegen Gehör bei den verantwortlichen Stellen zu verschaffen. Hauptverantwortliche für die Wirtschaftswoche im Landkreis Passau, Heidi Taubeneder dankte für die klaren Worte, verbunden mit großem Respekt für die wirtschaftliche Tatkraft des Unternehmens. Die Leistungen der regionalen Unternehmen ins Bewusstsein bringen aber auch Anregungen aus der Praxis mitnehmen, das sei bezeichnend für die Wirtschaftswoche.

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